Dachbegrünung

  • Flachdachbegrünungen reinigen die Stadtluft und kühlen sie an heissen Sommertagen.

  • Schaffen Ersatz für Naturräume, die durch Gebäude verdrängt wurden.

  • Kosten kaum mehr als ein herkömmliches Flachdach. (ca. Fr / m2)

Die Flachdachfläche der Stadt Zürich stellt 42% (439 Hektaren) der gesamten Dachfläche. Diese Fläche kann einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Ausgleich im Siedlungsraum leisten. Immerhin 85% dieser Flachdachfläche gelten als potentiell begrünbar. Heute sind jedoch gerade einmal 23% der begrünbaren Flachdachfläche begrünt. Es besteht deshalb noch ein sehr grosses Potential Flachdächer besser zu nutzen und zu begrünen.1)

Flachdachbegrünungen haben gegenüber ungenutzten Flachdächern (Kieseldach) vielfältige mikroklimatische, ökologische, aber auch ökonomische und ästhetische Vorteile. So wurden auf den bestehenden Gründächern über 330 verschiedene Pflanzenarten gefunden.2) Darunter befinden sich auch einige stark gefährdete oder gar bedrohte Arten. Je nach Ausgestaltung, Standort und Ansaht können Gründächer verschiedensten Pflanzentypen, von ökologisch sehr wertvollen Spezialisten bis zu Allerweltspflanzen, Lebensraum bieten. Gründächer sind auch Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Tieren, wie Schmetterlinge, Käfer, Wildbienen, Vögel, Reptilien und mehr.2)

Dachbegrünungen halten ausserdem 40–90 % des Regenwassers zurück, lassen es verzögert abfliessen und geben einen Teil über Verdunstung ab. Dadurch entlasten sie die Kanalisation. Ausserdem wirken sie für die Umgebung temperaturausgleichend und filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft. Gleichzeitig verbessern sie den Wärme- und Kälteschutz und mindern so den Energiebedarf des Gebäudes. 2)

In der Stadt Zürich gibt es in der BZO (Bau und Zonenordnung) seit 1991 einen Artikel, welcher die Begrünung von Flachdächern bei Neubauten und Sanierungen verlangt; jedoch nur, wenn dies zweckmässig sowie technisch und wirtschaftlich zumutbar ist. Dieser Gummmiartikel ist zu wenig griffig und verlangt auch keine ökologisch wertvolle Begrünung. So sind bis heute 65% der seit 1991 erbauten Flachdächer immer noch nicht begrünt. Zudem werden bei der Begrünung häufig nur ökologisch unzureichende Minimalvarianten umgesetzt. Dabei sind die Zusatzkosten für eine Begrünung im Vergleich zu den Gebäude- oder Sanierungskosten absolut vernachlässigbar.1)

1) Grün Stadt Zürich, 2007, Flachdachbegrünung in der Stadt Zürich Bericht zur Luftbildanalyse

2) Grün Stadt Zürich, 2007, Flachdachbegrünung in der Stadt Zürich Bericht zur Erhebung der ökologischen Qualität